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Bericht über den Austausch nach Frankreich

Mittwoch, 28. Juni 2017 um 12:41 Uhr von Homepage AG

 

Wie habe ich vom Brigitte-Sauzay-Programm erfahren?
Ich habe im Mai von dem Brigitte-Sauzay-Programm durch meine Französischlehrerin erfahren. Sie hat mich und meine Klasse über dieses Projekt informiert und mir dazu geraten, diesen Austausch zu machen. Daraufhin habe ich auf der Internetseite des DFJW nach einer Austauschpartnerin gesucht und mich für Meїra aus Fontenay-sous-Bois (Vorort von Paris) entschieden. Wir haben uns sofort gut verstanden und wichtige Informationen ausgetauscht. Nach ca. 2 Wochen haben wir uns das erste Mal über Skype gesehen. Wir schickten uns viele E-Mails und skypten noch dreimal, bevor ich nach Fontenay-sous-Bois fuhr.
Warum habe ich an dem Programm teilgenommen?
Ich liebe die französische Sprache und Kultur und es fällt mir einfach Französisch zu sprechen, deshalb wollte ich am Programm teilnehmen. Außerdem wollte ich neue Erfahrungen sammeln und neue Leute kennenlernen.
Ankunft in Frankreich

Ich flog am 19.September 2015 vom Flughafen Berlin-Tegel um 12:45 Uhr ab und landete 2 Stunden später um 14:30 Uhr am Flughafen Charles de Gaulle in Paris. In Berlin musste ich als letzte einchecken und sollte anschließend auch als letzte, zusammen mit der Stewardess das Flugzeug verlassen. Am Ende habe ich noch die Crew und die Pilotin kennengelernt. Von einer anderen Stewardess wurde ich durch den riesigen Flughafen mit den vielen Gängen geführt. Meine Austauschpartnerin wartete schon mit ihrer Mutter bei der Ankunft auf mich. Wir haben uns auf die klassisch-französische Art begrüßt indem wir uns zwei Küsse auf die Wangen gaben: ein Küsschen auf die linke und ein Küsschen auf die rechte Wange. Zusammen haben wir dann mein Gepäck abgeholt und fuhren etwa eine halbe Stunde zu ihnen nach Hause. Meine Austauschpartnerin hat mir viele Fragen gestellt und ich konnte gar nicht so antworten, wie ich es gern gewollt hätte, da alles noch sehr schnell und unverständlich für mich klang.
Leben in der Gastfamilie und mit dem/der Austauschschüler/in
Ich wurde wie ein Familienmitglied behandelt und nicht wie eine Fremde, was mir den Start unglaublich erleichtert hat.
Die 3 Monate in Frankreich vergingen auch unheimlich schnell. Ich war kaum angekommen da musste ich auch schon wieder gehen, so kam es mir jedenfalls vor. Meine Gastfamilie war sehr sympathisch, wir haben wirklich sehr viel gelacht und am Ende der gemeinsamen Zeit fiel der Abschied sehr schwer. Mit meiner Austauschpartnerin habe ich mich auch sehr gut verstanden, sie hat sich immer die Zeit genommen mir die Dinge leicht verständlich zu erklären, wir haben uns sehr gut verstanden. Außerdem habe ich in den drei Monaten auch die Verwandtschaft von meiner Austauschpartnerin kennengelernt. In den Oktoberferien besuchten wir die Großeltern in der Bretagne: wir machten Spaziergänge am Meer und haben uns die Stadt angeschaut. Alle waren sehr freundlich zu mir und ich habe mich sehr wohl gefühlt. An einigen Tagen in der Woche habe ich zusammen mit meiner Austauschpartnerin das Abendessen vorbereitet: zum Beispiel haben wir Sushi gemacht, einen Kuchen gebacken oder das Gemüse geschnitten.

Ankunft in der Schule und Schulalltag
In der ersten Woche lernte ich die Schule, die Klasse, die Lehrer, neue Fächer und natürlich den ganz normalen Tagesablauf eines französischen Schülers kennen. Ich war abends sehr müde und geschafft vom Tag, weil ich es nicht gewohnt war noch bis 18:00 Uhr Unterricht zu haben. Die ersten Tage hatte ich großen Hunger und ich musste mich erst noch daran gewöhnen, dass es nur eine große Pause gab, wo man essen konnte. Anderthalb Stunden geht die große Mittagspause in der man nicht nur isst, sondern auch seine Hausaufgaben machen kann. (Das Essen in der Kantine wurde von meinen Gasteltern bezahlt.) Gegessen wurde in einem großen Speiseraum mit großen Fenstern. Meistens gab es als Vorspeise verschiedene Gemüsesorten, als Hauptgang Fleisch oder Fisch mit einer Beilage, danach milchhaltige Produkte wie Käse oder Joghurt und zum Schluss oft noch Obst. Von einem Wasserspender konnte man sich so viel stilles Wasser holen wie man wollte und jeden Tag gab es außerdem noch Brot als Beilage. Nach dem Mittagessen konnte man seine Hausaufgaben erledigen oder auf den Schulhof gehen.
Am Anfang hatte ich einige Probleme mit der Sprache, ich konnte mich noch nicht so ausdrücken wie ich wollte, deswegen war es anfangs noch etwas komplizier aber nach etwa 2 Wochen habe ich die ersten bemerkbaren Fortschritte gemacht. Ich habe mein Hörverständnis sehr schnell verbessern können und am Ende der drei Monate konnte ich fast alles bei einem normalen Tempo und bei einer deutlichen Aussprache verstehen.
Meine Lehrer waren sehr nett und freundlich und ich wurde sehr gut integriert. Ich habe versucht mich so gut wie möglich am Unterricht zu beteiligen und gelegentlich konnte ich mitarbeiten. Es gab außerdem Tage wo ich viel verstanden habe und es gab Tage wo ich viel Hilfe bei dem Verständnis gebraucht habe und viel nachfragen musste, aber auch daran gewöhnte ich mich schnell.
Freizeit
Unter der Woche hatten wir wenig bis kaum Freizeit. Montags und dienstags waren wir meistens erst so gegen 18.20 Uhr zu Hause, dann haben wir schnell die wichtigsten Hauaufgaben erledigt und dann gab es auch schon Abendessen. Mittwochs hatten wir nur bis 12 Uhr Unterricht und danach habe ich gemeinsam mit meiner Austauschpartnerin in einer Arbeitsgemeinschaft Rugby gespielt. Wir waren dann so gegen 16 Uhr Zuhause und an dem Tag konnten wir uns nochmal mit Freunden treffen oder größere Hausaufgaben erledigen. Donnerstags und freitags waren wir gegen 17.00 Uhr zu Hause und hatten dann etwas Freizeit neben den Hausaufgaben natürlich.
Kulturelle Unterschiede
Ein großer Unterschied ist natürlich die Sprache und auch der Tagesablauf eines Schülers. In Frankreich haben die Schüler bis abends Unterricht, während die Schüler in Deutschland meistens nur vormittags Unterricht haben. Ich hatte auch das Gefühl, dass das französische Schulsystem strenger und geregelter ist als das Deutsche, beispielsweise werden französische Schüler nach ihrem Stundenplan kontrolliert, wenn sie die Schule verlassen und sie müssen auch nachsitzen, wenn sie gegen Regeln verstoßen haben.
Das Essen war auch ein Unterschied der mir aufgefallen ist: in Frankreich essen die Menschen länger und mehr als in Deutschland, jedenfalls soweit wie ich das beurteilen kann. In meiner Gastfamilie wurden an den Wochenenden mehrere Gänge serviert, angefangen von der Vorspeise über den Hauptgang mit Baguette und Käse bis zum süßen Dessert zum Abschluss, wo es oft Kuchen oder Kekse gab.
Was mir auch sofort aufgefallen ist, ist dass die Menschen, ob auf der Straße oder in der Schule, viel freundlicher und höflicher sind als in Berlin. Bei Problemen wurde mir immer sofort geholfen, egal zu wem ich gegangen bin.
Persönliche Entwicklung, Fortschritte in der Sprache
Meine Austauschpartnerin und meine Gastfamilie haben mir von Anfang an das Gefühl gegeben, dass ich zur Familie gehöre und so fiel es mir leicht, mich zu integrieren. Ich habe schnell Fortschritte mit der Sprache gemacht, nach ca. einem Monat habe ich sogar auf Französisch geträumt.
Am Anfang fiel es mir noch sehr schwer zu sprechen, ich musste lange überlegen wie ich mich ausdrücken konnte aber nach und nach fiel es mir immer leichter und am Ende hatte ich überhaupt keine Probleme mehr. Ich konnte fließend sprechen und musste nicht mehr lange überlegen wie ich mich ausdrücken konnte.
Was würde ich anders machen, wenn ich noch einmal fahren würde?
Ich denke, ich würde von Anfang an probieren viel mehr zu sprechen auch wenn ich Fehler mache. Als ich in Frankreich war, habe ich erst nicht viel gesprochen, weil ich Angst hatte, dass ich zu viele Fehler machen könnte. Aber Fehler gehören ja zum Lernen einer Sprache dazu und so würde ich viel mehr sprechen.


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