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Austausch mit Frankreich

Mittwoch, 28. Juni 2017 um 12:40 Uhr von Homepage AG

 

Ich war eine von drei Personen aus meiner Klasse, die im letzten Jahr an einem Austauschprogramm über das Deutsch-Französische Jugendwerk teilnahmen. Unsere Französischlehrerin stellte uns das Programm vor, so erfuhr ich davon.
Ich fand meinen Austauschpartner über die Website des DFJWs und nahm per E-Mail mit ihm Kontakt auf. Nach einigem Hin- und Herschreiben entschieden wir uns dafür, dass Basile vom 19.9.2015 bis zum 16.12.2015 nach Berlin kommen sollte, und ich vom 5.3.2016 bis zum 4.6.2016 zu ihm nach Biviers, das ist ein kleiner Ort in den Französischen Alpen in der Nähe von Grenoble. Es war ein großer Vorteil für mich, dass ich ihn schon kannte, bevor ich nach Frankreich fahren würde und wenige Tage bevor er zurückfahren sollte, besuchten uns auch seine Eltern und Geschwister in Berlin. Dadurch war ich die letzten Tage vor dem Abflug viel weniger aufgeregt, als ich es wahrscheinlich so gewesen wäre.

Als für die Abreise schon alles vorbereitet war, machte mir eine starke Grippe allerdings einen Strich durch die Rechnung. So musste der Abflug zuerst eine Woche, und dann, als wir schon dachten, es sei vorbei, durch einen Rückfall noch einmal um acht Tage nach hinten verschoben werden. Daher konnte ich leider auch meine Klasse vorher nicht noch einmal sehen, aber wenigstens bei meinen Freunden verabschiedete ich mich per Telefon.
Am Sonntag den 20.3., war es dann doch so weit, dass ich ins Flugzeug steigen und Deutschland verlassen konnte. Die Flugroute war kompliziert; von Berlin nach Zürich, von dort nach Genf und dort sollte meine Gastfamilie mich schließlich abholen. Mein Austauschschüler Basile und seine Mutter Catherine warteten am Flughafen, von dort war es dann noch einmal eine ziemlich lange Strecke bis nach Biviers. Unterwegs gabelten wir noch den Rest der Familie auf, die in einem kleinen Skiort in den Bergen vorher das Wochenende verbracht hatte. In Biviers zeigte mir meine Gastmutter das ganze Haus und stellte mir die Familie, bestehend aus zwei Jungen, die 9 und 14, und einer Schwester, die 16 Jahre alt war, noch einmal richtig vor. Der Tag war natürlich sehr anstrengend gewesen, daher ging ich nach dem Abendessen sofort ins Bett.
Die erste Woche in Frankreich war sehr schwer. Ich war in einer anderen Klasse als mein Austauschschüler, verstand kein Wort von dem, was die Franzosen redeten und hatte allgemein das Gefühl, alles bisher gelernte Französisch verlernt zu haben. Außerdem war es für mich, als Einzelkind, sehr gewöhnungsbedürftig, plötzlich in einer Familie mit drei Geschwistern zu leben, aber daran gewöhnte ich mich relativ schnell.
Als diese schwierige erste Woche allerdings vorbei war, wurde es viel angenehmer. Ich hatte mich langsam an den Sprachrhythmus gewöhnt, ich redete viel mehr, vor allem mit meiner Gastmutter, in der Schule kannte ich mich etwas besser aus, und es machte wirklich Spaß, neue französische Worte zu lernen. Das meiste lernte ich thematisch. Das heißt, beim Einkaufen über Lebensmittel, beim Wandern über Tiere und Pflanzen und in der Schule über die Themen, die wir grade behandelten. Heimweh hatte ich fast gar nicht, obwohl ich manchmal meine Klasse vermisste; die anderen Schüler in Frankreich waren zwar nett, aber vor allem am Anfang sprachen sie nicht viel mit mir.
Mittwochs hatten wir immer schon um 12 Uhr Schulschluss, danach ging ich mit Catherine meistens einkaufen oder wir unternahmen andere Sachen. Teilweise gingen wir schwimmen, bowlen oder einfach nur in der Stadt spazieren.
An den Wochenenden unternahmen wir fast immer etwas zusammen, manchmal gingen wir Wandern oder Skifahren, in Museen und ganz oft besuchten wir Freunde oder andersherum.
Während meines Aufenthaltes, gab es auch zwei Wochen Ferien und einige verlängerte Wochenenden. Das gefiel mir besonders gut, denn da verreisten wir immer, und ich lernte die vielen verschiedenen Seiten von Frankreich kennen. Zum Beispiel fuhren wir nach Paris, ans Mittelmeer, in die Provence und zweimal in ein Haus in den Bergen.
Am Ende fiel mir der Abschied von Frankreich, meiner Gastfamilie und den Freunden dort sehr schwer. Ich habe nicht nur die Sprache fließend gelernt, sondern auch viel über eine andere Kultur, ich bin selbstständiger geworden und vor allem habe ich so viele schöne Erlebnisse gehabt. Es ist noch einmal etwas ganz anderes, als im Unterricht Französisch zu lernen, denn es macht viel mehr Spaß, wenn man auch dort interessierten Menschen etwas über sein Land erzählen kann, und ich werde auf jeden Fall versuchen, das Französisch zu pflegen. Ich kann so einen Austausch wirklich jedem, der sich für die Französische Sprache und Kultur interessiert, von ganzem Herzen empfehlen.


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